Apps internationalisieren – Herausforderung und Chance

Wie Sie mit I18n die Akzeptanz der globalen Zielgruppe optimieren

Feb 05 2019 18:15:02 Feb 05 2019 12:35:51 Apps internationalisieren – Herausforderung und Chance LOGO appcom interactive GmbH

Durch die globale Kundenansprache im Handumdrehen die Zielgruppe vervielfachen? Das klingt einfach, sollte aber gründlich umgesetzt werden. Eine App zu übersetzen, reicht für ihren Erfolg oft nicht aus. Damit die potentiellen Kunden perfekt angesprochen werden können, ist die Übersetzung nur der Anfang von Internationalität via I18n.

Ziel der Internationalisierung und Lokalisierung ist es, dass eine Anwendung ihre Inhalte in Sprachen und Formaten anbietet. Internationalisierung wird in der Software-Entwicklung I18n genannt. Die Bezeichnung I18n setzt sich aus dem Anfangsbuchstaben „I“, 18 Buchstaben und dem Buchstaben „n“ zusammen und umfasst nicht nur Übersetzungen. Es wird auf Formate, Währungen und sogar Kultur berücksichtigt. Zu der Internationalisierung kommt die Lokalisierung hinzu: die L10n. Um eine App gründlich zu internationalisieren, müssen ihre Entwickler folgende Aspekte beachten:

Sprache

Die Sprache ist bei der Internationalisierung ein grundlegendes Merkmal. Übersetzungen von Texten werden je nach eingestellter Sprache ausgegeben. Dies kann mitunter im gleichen Land mehrere Sprachen beinhalten. Als Beispiel ist hier die Schweiz zu nennen. Neben Schweizerdeutsch gibt es auch eine französisch sprechende Zielgruppe. Ein weiteres Beispiel ist die katalanische Sprache in Spanien. Sogar Dialekte können auftreten.

Formate

Das Datum wird von Ländern unterschiedlich formatiert. Während in einigen Ländern die Jahreszahl an erster Stelle steht, ist es in anderen Ländern gegenteilig. Ebenso gibt es unterschiedliche Wege, um Jahr, Monat und Tag zu trennen. Übliche Trennelemente sind beispielsweise Doppelpunkte oder auch Bindestriche. Auch die Angabe von Nummern und Währungen ist landesabhängig. Während einige Länder ein Komma für die Trennung zur Nachkommastelle setzen, nutzen andere einen Punkt. Andere Länder nutzen lediglich ein Leerzeichen zur Trennung.

Währung

Währungen und insbesondere das Währungssymbol wird unterschiedlich dargestellt. Es gibt die Versionen mit dem Symbol vor oder nach dem Wert. In einigen Ländern ist ein Leerzeichen gegeben, in anderen nicht. Das hat vermutlich ästhetische Gründe, muss aber dennoch bei manchen behördlichen Projekten beachtet werden.

Leserichtung

Im arabischen und hebräischen Sprachraum, liest der Nutzer primär von rechts nach links, in manchen asiatischen Räumen sogar von oben nach unten. Dies muss nicht nur im Text abgebildet werden. Das UX-Design muss sich möglicherweise ebenfalls entsprechend anpassen.

Sortierung

Für eine sortierte Liste von Elementen muss das System Unterschiede zwischen Ländern oder Sprachen erkennen. Eine Sortierung von Begriffen von A bis Z kann in verschiedenen Schriften unterschiedlich ausfallen. Eine Sortierung von Begriffen in kyrillisch, chinesisch oder Sanskrit fällt zum Beispiel unterschiedlich aus und bedarf einer entsprechenden Implementierung.

Zeitzonen

Ist die Logik einer Anwendung abhängig von Ort und Zeit, muss die Entwicklung auch die jeweilige Zeitzone beachten. Eine lokale Server-Anwendung, die jeden Morgen um 9 Uhr eine Benachrichtigung verschickt, muss gewährleisten, dass ebendiese auch wirklich diese Uhrzeit beim Empfänger eingeht. Egal, in welchem Land er die Anwendung nutzt.

Fehlinterpretierte Logos, Icons und Farben

Ein weiterer kultureller Aspekt sind Symbole, Anordnung und Farbe. Diese werden je nach Land unterschiedlich aufgefasst und interpretiert. Die Farbe Weiß beispielsweise, steht in einigen asiatischen Ländern für Tod und Trauer. Ein Profilbild mit weißem Anzug sollte man in diesen Ländern demnach vermeiden und austauschen. Will man sich in Malaysia politisch nicht äußern, vermeidet man gelbe Elemente. Die Farbe gilt als Treue zur Monarchie.

Fazit

Mit Internationalisierung kann man mit vergleichsweise wenig Aufwand eine größere Zielgruppe und damit einen größeren Markt ansprechen. Es ist jedoch wichtig, früh die Grundsteine zu legen um im Nachgang schneller und flexibel in anderen Länder präsent zu sein. Lotus 1-2-3 war in den 80er Jahren Marktführer bei den Tabellenkalkulationen, eine Internationalisierung des Produktes dauerte jedoch zu lange. So musste die Lotus Development Corporation ihre Führungsposition wieder abgeben und ist im internationalen Vergleich heutzutage unbedeutend.

 

International oder nicht – jede App muss bei uns durch einen Qualitäts-Check! Lesen Sie hier, welche Testing-Verfahren wir anwenden. 

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