Revolutionäre Apps krempeln ganze Branchen um

Geschäftsmodelle rund um mobile Services

Was war zuerst da: die Henne oder das Ei? Beim ungebrochenen Mobile-Trend könnte man die gleiche Frage stellen. Was war zuerst da: mobile Geräte und Anwendungen oder unser Wunsch, alles überall und jederzeit beeinflussen zu können? In Wirklichkeit handelt es sich um ein ständiges Wechselspiel zwischen technologischen Innovationen auf der einen Seite sowie Ideen und Bedürfnissen auf der anderen. Sicher ist, dass mit dem Fortschritt auch die Erwartungen der Nutzer wachsen. Letzteres nennen Marktforscher auch „Mobile Mindshift“: Was ich möchte, bekomme ich sofort und dank meiner mobilen Devices genau dort, wo ich es brauche. Viele erfolgreiche Geschäftsmodelle der letzten Jahre bedienen mit mobilen Services genau diese Haltung der Konsumenten – und krempeln damit ganze Branchen um. Ein paar Beispiele zeigen die Dimension des Wandels.

  • WhatsApp: Der Messenger hat bereits die SMS weitgehend überflüssig gemacht. Wenn nun auch immer mehr Dateianhänge verschickt werden können, dürfte auch die Zahl der E-Mails zurückgehen. WhatsApp zählt bereits über 1 Milliarde Nutzer und dürfte noch weiter zulegen, denn ganz unkompliziert und kostenlos kommunizieren möchte einfach jeder.
  • Uber: Diese App ermöglicht individuelle Mobilität zu einem günstigen Preis. Genau dieses Bedürfnis bedient Uber und hebelt damit weltweit Taxiunternehmen und Limousinenservices aus. Der Schritt zu Leistungen jenseits der reinen Personenlogistik ist nicht weit, etwa zu Kurierfahrten und Lieferservices. Allen Abwehrversuchen zum Trotz: Uber setzt sich zunehmend durch.
  • Spotify: Wozu CDs kaufen, Schallplatten sammeln oder Unmengen von mp3s horten, wenn man die gesamte Musik der Welt jederzeit per Klick hören kann? Spotify ändert die Art und Weise, wie Musik zur Verfügung gestellt und vermarktet wird, grundlegend. Major-Label versuchen, ihre Macht durch Fusionen zu erhalten – was aber nichts daran ändert, dass die Erlöse aus Produktion und Vermarktung der Musik ständig sinken. Auch der Handel büßt Umsatz ein.

Alle diese Geschäftsmodelle haben eins gemeinsam: Sie erfüllen die Erwartungen des mobil vernetzten Konsumenten. Ihre Strategie bestand nicht in der Entwicklung einer Mobil-Version ihrer Website, sondern in der Bereitstellung eines echten Mehrwerts für Smartphone-Besitzer. Und wir stehen erst am Anfang ganz großer Umbrüche.

  • Industrie: Die Zukunft gehört der individuellen Produktion, z. B. durch 3D-Druck on demand. Folgendes Szenario: Sie fotografieren eine Vase, erhalten sofort ein Angebot, tauschen mit einem Wisch die Farbe und bestellen sofort. Sekunden später druckt die Maschine Ihr Wunschprodukt und übergibt es kurz darauf der Zustellung durch die Drohne.
  • Handel: Wir entwickeln uns geradewegs auf den hybriden Point-of-Sale zu. Kunden werden vor und in den Stores anhand ihrer mobilen Devices erkannt, mit gezielten Incentives und Angeboten zum Eintritt verführt, über Instore-Navigation gelenkt und über personalisierte Screen-Inhalte überzeugt. Payment-Services machen die Kasse überflüssig – der Kunde zahlt automatisch im Hinausgehen.
  • Finanzdienstleistungen: Die nächsten Schritte weisen über mobiles Banking und Brokerage hinaus. Wie wäre es mit Kreditangeboten, wenn der User gerade durch Einkaufsstraßen bummelt? Mit Auslandsversicherungen, sobald er in die entsprechende Roaming-Zone betritt? Oder einfach mit ultra-bequemen Payment-Lösungen, die das Zahlen nebenbei erledigen? Banken und Versicherungen werden es schwer haben gegen Fintechs, die den Finanzmarkt mit solchen Lösungen stürmen.
  • Gaming: Mobile Devices sind imstande, die Wirklichkeit durch bestimmte Reize auf ein viel höheres Erlebnisniveau zu heben. Die Virtual Reality-Initiativen von Facebook und Samsung weisen den Weg: Brillen, in die sich das Smartphone einspannen lässt, dazu Kopfhörer, schon ist der User in einer anderen Welt. Wenn dann noch Sensoren die Bewegungen des Körpers erfassen und beispielsweise die Smartwatch den Abzug ersetzt, ist der Ego-Shooter fertig. Natürlich muss es nicht so drastisch sein, manchen verschafft auch die Simulation eines Strandspaziergangs eine schöne Zeit.

Das sind nur einige denkbare Szenarien. Es gibt viele mehr, weitaus bunter und fantastischer, als ich es mir jetzt gerade ausmalen kann. Sicher ist: Branchen werden sich ändern, und die erfolgreichsten Player werden diejenigen sein, die die Mobile Transformation aller internen und externen Prozesse vorantreiben und Geschäftsmodelle rund um mobile Services herum entwickeln.

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