Wearables werden sich vom First-Mover-Gadget zum Massenphänomen entwickeln

5 Gründe, warum Wearables massentauglich werden

Voller Energie, wenn Arbeit oder Sport ansteht. Total relaxt in der Mittagspause oder nach Feierabend. Dank elektronischer Impulse, gesteuert durch einen Knopfdruck auf der dazugehörigen Smartphone-App. Genau das verspricht Thync, ein Stirnbänder, das aussieht, als hätte Apple den Star Trek-Kommunikator neu gestaltet und dann aus Versehen an der falschen Stelle angebracht. Ob Thync tatsächlich funktioniert oder nur Quatsch ist: Am Siegeszug der Wearables ändert das nichts.
Mancher Leser mag beim Thema Wearables zuerst an die Rohrkrepierer denken, etwa Google Glasses. Aber technologische Innovationen kommen nie ohne Fehlschläge aus. Der Megatrend hin zu Wearables ist intakt. So hat das Marktforschungsinstitut IDC für 2016 einen Absatz von 110 Millionen Geräten prognostiziert und damit 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2020 erwartet IDC einen Absatz von 237 Millionen Geräten, also noch mal ein Wachstum von über 215 Prozent in den kommenden vier Jahren.
Für diese optimistische Perspektive gibt es gute Gründe. Hier die 5 zentralen Treiber:

1. Trend zu Selbstvermessung und Selbstoptimierung:

    • Laut Bitkom nutzen bereits 31 Prozent aller Bundesbürger über 14 Jahren Anwendungen auf Smartphones, Smartwatches oder Activity-Trackern zur Aufzeichnung von Gesundheits- und Vitaldaten – Tendenz weiter steigend. Dank dieser Apps werden Körperfunktionen jenseits des reinen Gefühls transparent, mehr noch, mess- und memorierbar. Nutzer können ihre Fitness erfassen und planen, vielleicht sogar in einen Wettbewerb mit sich selbst einsteigen: „Heute so weit, morgen noch etwas weiter und übermorgen noch etwas weiter“ usw. Ziele zu erreichen macht glücklich und fördert die Motivation. Da wird es fast zum Nebeneffekt, dass der Körper leistungsfähiger wird und einfach besser aussieht.

 

2. Trend zur Selbstinszenierung in Social Media: Nicht wenige dieser Wearables-Apps sind direkt mit Social Media verknüpft. So nutzen schätzungsweise 100 Millionen Menschen weltweit Runtastic, die Fitness-App im Besitz von adidas. Wer’s nicht selbst verwendet, kennt zumindest ein paar Freunde, die es tun und damit nicht nur Metriken wie zurückgelegte Kilometer erfassen, sondern diese Informationen via Facebook mit der Community teilen. Immer mehr Wearables bedeuten: immer mehr erfasste Daten und immer mehr Möglichkeiten, auf Basis dieser Daten Punkte bei seinem sozialen Umfeld zu sammeln. Denn wer aktiv ist, erlebt etwas und demonstriert seine Leistungsfähigkeit. Und dieser Trend beginnt gerade erst. Nicht mehr lange und der vom Armband erfasste Pulsschlag liefert automatisch Content, bestimmt z. B. den emotionalen Status bei Facebook, wird in Freundeskreis-Rankings eingespeist oder trifft eine Vorauswahl bei Tinder & Co.

 

3. Trend zu Gamification: Wearables erhöhen den Spaßfaktor. Viele Anwendungen zur Selbstvermessung übersetzen die erfassten Vitaldaten in Erfahrungspunkte, Fortschrittsbalken und Ranglisten oder belohnen den Nutzer mit Lob und virtuellen Gütern. Die genannten Formen des Feedbacks versetzen den Anwender in eine Wettbewerbs-Stimmung und steigern die Motivation, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, möglicherweise sogar schneller und entschlossener als zuvor.

 

4. Trend zu Convenience: Wearables machen bestimmte Dinge einfacher bzw. nehmen dem Anwender Verantwortung ab. Die Zahl möglicher Anwendungen ist so gewaltig, dass es nicht schwer fällt, ein paar Beispiele herauszupicken. Man nehme nur die Zahlung per Wink mit einem Armband – beim Friseur, im Café, in der Straßenbahn. Denken Sie sich vernetzte Halsbänder für Haustiere. Über eine Smartphone-App bekommt der User angezeigt, wenn die Schildkröte mal wieder unterm Zaun durchgekrochen ist und in welche Richtung sie sich bewegt. Ganz wichtig wird der Bereich Predictive Analytics, also die Kunst, aus Daten die Wahrscheinlichkeit künftigen Verhaltens herauszulesen. So könnte ein Café schon den Milchkaffee bereitgestellt haben, wenn klar ist, dass sich der Kunde nähert (GPS-Lokalisierung) und freitags immer zu dieser Zeit auf einen Milchkaffee hereinkommt (Transaktionshistorie).

 

5. Trend zu Automation und Effizienz: Ebenfalls ein Riesentrend mit hunderten von Anwendungsideen. Medical Apps beispielsweise, die über diverse Wearables am Körper von Senioren die Körperfunktionen messen und im Notfall den Krankenwagen rufen, bevor der Patient den Schlaganfall überhaupt richtig spürt. Oder Armbänder, die anhand der erfassten Körpertemperatur autonom die Heizung herauf- oder herunterregulieren.
Zugegeben: Noch ist der Markt für Wearables überschaubar. Das hat mehrere Gründe, darunter:

  • hohe Anschaffungskosten
  • zu schwache Akkus
  • mangelnde Witterungsfestigkeit
  • Mono-Funktions-Geräte
  • suboptimales Produkt-Design

Aber das sind alles lösbare Probleme, die den Siegeszug der Wearables nicht mehr lange aufhalten werden. Ganz sicher.

Teilen Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.





Das kann Sie ebenfalls interessieren

Unser kostenloser Newsletter für Sie

Die Welt wandelt sich immer schneller und mit Ihr die Technologien und Trends. Mit unserem Newsletter informieren wir Sie über aktuellste Trends, stellen kostenlose Whitepaper zur Verfügung und bieten innovative Workshops an.


Gewonnenes Kundenvertrauen